Sinn und Ziel der Studie
- Verkürzung der Krankheitsdauer: Frühere Pilotdaten (u. a. die schottische ELVIS-Studie) zeigten Hinweise darauf, dass hypertone Kochsalzlösung (typischerweise um 2 bis 3 %) die Dauer akuter viraler Atemwegsinfekte signifikant um bis zu 1,5 bis 2 Tage verkürzen kann.
- Biologischer Wirkmechanismus:
- Das Salz stimuliert nasale Epithelzellen zur intrazellulären Produktion von hypochloriger Säure, die eine direkte antivirale Wirkung entfaltet.
- Gleichzeitig fördert die osmotische Wirkung den ziliären Mukustransport und reduziert Schleimhautödeme.
- Reduktion von Antibiotikaverordnungen: Da Patienten mit viralen Infekten häufig den Wunsch nach einer spürbaren Intervention äußern, soll eine wirksame, kostengünstige und nebenwirkungsarme Alternative validiert werden, um unnötige Antibiotika-Verschreibungen weiter zu senken.
- Vermeidung von Transmission: Durch die Reduktion der nasalen Viruslast soll geprüft werden, ob Sekundärinfektionen im häuslichen Umfeld sinken.
Typischer Ablauf in der Praxis und für Probanden
- Rekrutierung bei Symptombeginn (Hausarztpraxis)
- Zielgruppe: Erwachsene bzw. Jugendliche mit akuten Symptomen eines unkomplizierten viralen Infekts der oberen Atemwege (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen).
- Zeitfenster: Typischerweise innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn, um den antiviralen Effekt in der frühen Replikationsphase zu nutzen.
- Ausschluss: Schwere Verläufe, V. a. bakterielle Superinfektion oder relevante Vorerkrankungen (z. B. instabiles Asthma, schwere COPD).
- Aufklärung und Randomisierung
- Nach schriftlicher Einwilligung erfolgt die Randomisierung in der Regel in drei Gruppen:
- Interventionsgruppe 1 und 2: Regelmäßige Anwendung von hypertonem Kochsalz-Nasenspray 2-mal und 6-mal täglich) plus Standardversorgung (Symptomlinderung nach Bedarf).
- Kontrollgruppe: Übliche Standardversorgung (Usual Care, teils mit isotone Kochsalzlösung oder reiner bedarfsorientierter symptomatischer Therapie).
- Nach schriftlicher Einwilligung erfolgt die Randomisierung in der Regel in drei Gruppen:
- Dokumentation zu Hause (Symptomtagebuch / App)
- Die Probanden führen ein standardisiertes Tagebuch (papierlos per Studien-App).
- Erfasst werden täglich:
- Schweregrad der Leitsymptome (z. B. Wisconsin Upper Respiratory Symptom Survey / WURSS oder analoge Skalen)
- Tage bis zur vollständigen Genesung
- Einnahme von Begleitmedikation (Analgetika, abschwellende Sprays)
- Arbeitsunfähigkeitstage / Einschränkung im Alltag
- Abschluss und Follow-up
- Kurzes telefonisches Abschlussgespräch oder digitaler Fragebogen
- Für die Praxis beschränkt sich der Aufwand im Wesentlichen auf die Identifikation des Patienten, das Screening und den Einschluss beim Akutbesuch.

