Die HANSON-Studie (Hypertonic saline in acute non-severe viral upper respiratory tract infections in primary care) untersucht eine niederschwellige, evidenzbasierte Behandlungsoption für akute Erkältungserkrankungen in der Primärversorgung.

12. Oktober 2026

[Medizin]

Sinn und Ziel der Studie

  • Verkürzung der Krankheitsdauer: Frühere Pilotdaten (u. a. die schottische ELVIS-Studie) zeigten Hinweise darauf, dass hypertone Kochsalzlösung (typischerweise um 2 bis 3 %) die Dauer akuter viraler Atemwegsinfekte signifikant um bis zu 1,5 bis 2 Tage verkürzen kann.
  • Biologischer Wirkmechanismus:
    • Das Salz stimuliert nasale Epithelzellen zur intrazellulären Produktion von hypochloriger Säure, die eine direkte antivirale Wirkung entfaltet.
    • Gleichzeitig fördert die osmotische Wirkung den ziliären Mukustransport und reduziert Schleimhautödeme.
  • Reduktion von Antibiotikaverordnungen: Da Patienten mit viralen Infekten häufig den Wunsch nach einer spürbaren Intervention äußern, soll eine wirksame, kostengünstige und nebenwirkungsarme Alternative validiert werden, um unnötige Antibiotika-Verschreibungen weiter zu senken.
  • Vermeidung von Transmission: Durch die Reduktion der nasalen Viruslast soll geprüft werden, ob Sekundärinfektionen im häuslichen Umfeld sinken.

Typischer Ablauf in der Praxis und für Probanden

  1. Rekrutierung bei Symptombeginn (Hausarztpraxis)
    • Zielgruppe: Erwachsene bzw. Jugendliche mit akuten Symptomen eines unkomplizierten viralen Infekts der oberen Atemwege (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen).
    • Zeitfenster: Typischerweise innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn, um den antiviralen Effekt in der frühen Replikationsphase zu nutzen.
    • Ausschluss: Schwere Verläufe, V. a. bakterielle Superinfektion oder relevante Vorerkrankungen (z. B. instabiles Asthma, schwere COPD).
  2. Aufklärung und Randomisierung
    • Nach schriftlicher Einwilligung erfolgt die Randomisierung in der Regel in drei Gruppen:
      • Interventionsgruppe 1 und 2: Regelmäßige Anwendung von hypertonem Kochsalz-Nasenspray 2-mal und 6-mal täglich) plus Standardversorgung (Symptomlinderung nach Bedarf).
      • Kontrollgruppe: Übliche Standardversorgung (Usual Care, teils mit isotone Kochsalzlösung oder reiner bedarfsorientierter symptomatischer Therapie).
  3. Dokumentation zu Hause (Symptomtagebuch / App)
    • Die Probanden führen ein standardisiertes Tagebuch (papierlos per Studien-App).
    • Erfasst werden täglich:
      • Schweregrad der Leitsymptome (z. B. Wisconsin Upper Respiratory Symptom Survey / WURSS oder analoge Skalen)
      • Tage bis zur vollständigen Genesung
      • Einnahme von Begleitmedikation (Analgetika, abschwellende Sprays)
      • Arbeitsunfähigkeitstage / Einschränkung im Alltag
  4. Abschluss und Follow-up
    • Kurzes telefonisches Abschlussgespräch oder digitaler Fragebogen
    • Für die Praxis beschränkt sich der Aufwand im Wesentlichen auf die Identifikation des Patienten, das Screening und den Einschluss beim Akutbesuch.

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